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Regist.: 10/01/2011 Topics: 433 Posts: 7
| 'Ein Souvenir'
Donnerstag, 14. Oktober, 12.43 Uhr
" 'Wann segelst Du weiter?' oder 'Wann geht Deine Reise wirklich los?'. Diese Fragen werden mir immer wieder aufs Neue gestellt. Aber ich bin schon seit 52 Tagen wirklich auf Weltreise. Seit meiner Abreise aus Gibraltar habe ich schon 1575 Kilometer zurückgelegt. Viele Menschen sind der Ansicht, daß meine Reise erst mit der Überquerung des Atlantischen Ozeans beginnt. Aber entlang der Küste zu fahren und sich vor Unterwasserfelsen und Schiffsverkehr in Acht zu nehmen, ist viel schwieriger als drei Wochen lang einen Ozean zu überqueren! Ich habe mich dazu entschieden, mit der Überfahrt erst nach Ende der Hurrikansaison zu beginnen, die bis Ende November dauert. Ich habe es nicht eilig: meine Reise ist auf zwei Jahre angelegt, und meine Sicherheit steht an erster Stelle. Der Vorteil des Wartens ist, daß ich eine Menge Zeit hier auf Gran Canaria habe. Diese Zeit nutze ich für meine Schularbeiten, einen Tauchkurs, oder, wie heute, für eine Wanderung durch die Berge. Die Insel überrascht mich immer wieder. Im einen Moment wähnt man sich mitten in der Sahara, und im nächsten Augenblick steht man auf einmal am Rande eines von einem Nadelwald umgebenen Bergsees. Von jedem Ort den ich besuche, möchte ich mir ein Souvenir mitnehmen. Zuerst dachte ich an ein Fläschchen voll Sand, aber auf diese Weise würde 'Guppy' in null Komma nichts vollgestopft sein, und wahrscheinlich ist es nicht so angenehm, wenn das alles durch die Kabine fliegt wenn wir wieder auf See sind. Kleine Objekte sind vernünftiger; von Lanzarote habe ich mir ein Stück Stein mitgenommen. Ich habe noch zwei Wochen Zeit, um über mein Souvenir von Gran Canaria nachzudenken, denn danach gehe ich wider 'richtig' segeln... zu den Kap Verdischen Inseln. Bis dahin wird 'Guppy' nicht völlig still liegen. Heute Abend breche ich auf um zu einer 'Mooring' zu fahren, einem Ankerplatz, der der Familie gehört, die die Delfin Touren organisiert, und den ich benutzen darf. Ich darf auch noch für eine Woche in einem Hafen im Osten [Süd- Westen] der Insel bleiben. Ich finde es super, daß meine Mutter und meine Schwester zu Besuch kommen. Ich habe während der letzten Monate oft mit ihnen gesprochen, aber mir scheint es, als hätte ich sie seit einer Ewigkeit nicht mehr gesehen.
Grüße, Laura"
Übersetzung aus dem Niederländischen. Mit freundlicher Genehmigung des Algemeen Dagblad, Rotterdam www.ad.nl |