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| Guppy, das U-Boot
Donnerstag, [28. Juli 2011], 11.15 Uhr
"Ich bin seit zwei Tagen wieder auf See und habe Kurs auf Vanuatu, eine Inselgruppe, die zu Frankreich gehört, gesetzt. Ich habe noch etwa 300 Seemeilen [556 Kilometer] zu segeln, daher hoffe ich, am Samstag ankommen. Es ist lange her, daß ich auf einer Überfahrt so viel Wind hatte, und folglich segeln wir auch sehr schnell. Mit ein bisschen Glück sollte es mir auch endlich einmal gelingen, tagsüber anzukommen. Das wäre ganz schön nach meinen nächtlichen Ankünften auf Tonga und Fidschi. Nicht, daß ich wieder um ein paar Riffe herumfahren müsste, sondern einfach so. Es ist nicht schlecht, etwas sehen zu können, und nach dem Einklarieren beim Zoll sofort an Land gehen zu können. Insgesamt war ich nicht mal eine Woche auf Fidschi. Es war prima, an den Ort meiner frühesten Jugend zurückzukehren. Ich bin auch für ein paar Tage auf dem großen Segelschoner Alwei mitgesegelt, die in meiner Nähe vor Anker lag. Eigentlich hatten wir vor, in der Nähe einer kleinen Insel Tauchen zu gehen, aber unter Wasser merkte ich auf einmal, daß ich Ohrenschmerzen bekam. Ich habe mich dann mit Schnorcheln begnügt. Während die Alwei mit den Touristen weitersegelte, sollte ich mit einem kleinen Boot zur Hauptinsel von Fidschi zurückfahren. Aber leider fuhr dieses Boot, auf das ich mich verlassen hatte, an diesem Tag nicht. Ich saß fest. Nachdem ich einen halben Tag herumgelaufen war - ich habe eine kleine Exkursion gemacht - sah ich auf einmal ein Fischerboot, das kurz davor war, abzulegen. Ich bin sofort hingestürmt und durfte mitfahren. Glücklich kam ich abends wieder auf Guppy an. Am nächsten Tag habe ich sofort abgelegt und nun sitze ich hier: zum ersten Mal seit meiner Abfahrt sitze ich draußen und genieße die aufgehende Sonne. Der Nachteil von so viel Wind ist nämlich, daß es auch viele Wellen gibt und Guppy sich manchmal eher wie ein U-Boot anstatt wie ein Segelboot benimmt. Sie schaukelt heftig rauf und runter, und Dinge wie lesen sind im Augenblick unmöglich. Aber die wild bewegte See zu beobachten bleibt auf die ein oder andere Weise immer faszinierend. Grüße, Laura"
Übersetzung aus dem Niederländischen. Mit freundlicher Genehmigung des Algemeen Dagblad, Rotterdam www.ad.nl |