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Woche 42
10/03/2011 5:54 am

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Eine heikle Passage zwischen den Riffen hindurch

Donnerstag, 9. Juni 2011, 12.12 Uhr

"Ich finde, daß ich ziemlich stolz auf mich sein kann. Es ist mir gelungen, nachts wohlbehalten zwischen den Riffen, die Tahiti umgeben, hindurchzufahren. Im Dunklen sieht man ja nicht besonders viel, und als ich am nächsten Morgen aufwachte, dachte ich nur 'wow, bin ich wirklich dort durchgefahren'? Die Überfahrt von Hiva Oa war eine der heikelsten bis jetzt. In diesem Gebiet liegen sehr viele Riffe, und jedes Jahr scheitern hier einige hundert Segelschiffe. Man muß ständig vorausdenken, immer genau wissen, wo man gerade ist, und einen ordentlichen Abstand zu den Riffen halten. Auch kann man plötzlich von squalls (Böen mit Regen und Wind in Sturmstärke) überrascht werden, wodurch das Boot völlig aus dem Ruder laufen kann. Die Riffe, die einen Ring um Tahiti bilden, haben den Vorteil, daß sich die Wellen auf ihnen brechen. Wenn man mit seinem Boot zwischen diesem Ring von Riffen und der Küste liegt, hat man automatisch einen sehr ruhigen und windstillen Liegeplatz. Ich liege nun übrigens vor der Hauptstadt Papeete vor Anker. Tahiti ist ziemlich groß, sauber und supermodern und zählt etwa 170.000 Einwohner. Es ist wieder ziemlich gewöhnungsbedürftig, nach so langer Zeit wieder so viele Menschen, Staus und ein McDonalds - was nicht ganz so schlimm ist - zu sehen. Von diesem ganzen Trubel abgesehen ist Tahiti wunderschön: grün, mit vielen hohen Bergen und super-freundlichen Leuten. Und das Wasser ist hier so klar, daß ich meinen Anker in zehn Metern Tiefe sehen kann. Um Guppy herum liegen viele mir bekannte Boote, aber ich habe auch neue Leute kennengelernt, zum Beispiel einen Segler, der hier vor einigen Monaten strandete, und jetzt arbeiten muß, um sein Boot reparieren zu können. Er hat mich und ein paar andere Segler zu einem Tal mit einem Wasserfall gebracht - in einem Auto, das mit Klebeband zusammengehalten wurde, und das durch das aneinanderhalten zweier Drähte gestartet werden mußte. Leider kann ich nicht lange auf Tahiti bleiben, denn ich muß weiter. Bis nächste Woche, - wer weiß von woher. Liebe Grüße, Laura"

Übersetzung aus dem Niederländischen. Mit freundlicher Genehmigung des Algemeen Dagblad, Rotterdam www.ad.nl
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