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| Ein tiefer Schnitt in meinem Fuß
Donnerstag, 19. Mai 2011, 11.13 Uhr
"Ich weiß noch immer nicht genau, wie es passiert ist. Ich stand im Eingang zur Kajüte als mich eine riesige Welle traf. Ich fiel nach hinten und verletzte mir den Fuß. Woran? Ich habe keine Ahnung, sicher ist nur, daß jetzt ein tiefer Schnitt drin sitzt. Ich möchte euch die (blutigen) Details ersparen. Ich mußte die Wunde zum Glück nicht nähen: ich habe das Ganze mit Klammern und Verband wieder zusammengeflickt. Die Wunde verheilt gut. Stehen kann ich aber noch nicht auf dem Fuß. Zum Glück komme ich auch ganz gut vorwärts indem ich auf meinen Zehen laufe. Davon abgesehen läuft meine Reise über den Pazifik viel besser als die über den Atlantik. Das war damals natürlich auch erst meine dritte große Überfahrt - nachdem ich zweimal hin und zurück nach England gesegelt bin -, und auch das Wetter unterwegs war furchtbar. Auf halbem Weg zog auf einmal ein Sturm auf. Das habe ich übrigens erst ein paar Tage später realisiert, als ich von einem Frachtschiff hörte, daß wir Windstärke 9 durchgestanden haben. Nun scheint die Sonne, und bis gestern hatte ich den besten Segelwind, den man sich nur wünschen kann. Leider hat sich der Wind mittlerweile dazu entschieden, genau von hinten zu wehen, und dadurch bin ich wieder den ganzen Tag mit den Segeln beschäftigt - um dafür zu sorgen, daß sie sich nicht gegenseitig ins Gehege kommen. Abgesehen davon mache ich den ganzen Tag über nicht viel mehr als essen und schlafen. Ab und zu schaffe ich auch, ein paar Seiten in 'Rosie', einem Buch über Rosie Swale, die mit ihrem Mann und ihrer Tochter die Welt umsegelt hat, zu lesen. Zum Glück bin ich noch immer ziemlich schnell und habe 'nur' noch 1130 Seemeilen [2093 Kilometer] vor mir in Richtung Französisch-Polynesien. Ich erwarte, noch acht bis neun Tage unterwegs zu sein. Bis dahin kann ich mir noch überlegen, was ich danach tun werde: segle ich durch den Golf von Aden oder doch unten um Afrika herum... Nächste Woche weiß ich es vielleicht. Grüße, Laura"
Übersetzung aus dem Niederländischen. Mit freundlicher Genehmigung des Algemeen Dagblad, Rotterdam www.ad.nl |