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Woche 30
10/03/2011 5:42 am

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Unterwegs nach Panama

Donnerstag, 17. Märt 13.33 Uhr

"Ich bin wieder unterwegs. Ich habe bereits 600 Seemeilen [1111 Kilometer] zurückgelegt und sollte morgen auf den San Blas Inseln, meinem letzten Zwischenstop vor dem Panamakanal, ankommen. Eigentlich wollte ich nach Aruba oder Curacao um dort einzukaufen, aber ich hatte keine Lust auf den Stress, und außerdem scheint in Panama alles billiger zu sein, da dort nicht alles aus den Niederlanden eingeführt werden muß. Darüber hinaus habe ich ohnehin genug Zeit bevor ich weiter kann. Der Panamakanal ist ein stark frequentierter Schifffahrtsweg, durch den man nicht einfach so hindurchfahren kann. Zuerst muß das Boot vermessen und überprüft werden, und dann muß man sich eine Mannschaft suchen. Das wird nämlich die einzige Etappe meiner Reise sein, die ich nicht allein fahren darf. Da der Panamakanal schmal ist, und auch um Unglücken zuvorzukommen, muß man einen Lotsen an Bord nehmen. Davon abgesehen muß man vier Personen an Bord haben, die einem helfen, durch die Schleusen zu kommen. In einer solchen Schleuse wird man um neun Meter angehoben und muß immer in der Mitte bleiben. Das wird mithilfe von vier Tauen bewerkstelligt, die man vom Rand der Schleuse zugeworfen bekommt, und die während der Schleusung stramm gehalten werden müssen. All das zu regeln benötigt Zeit. Erst danach bekommt man einen Termin zugewiesen, an dem man durch den Kanal fahren darf. Das warten hierauf kann unter Umständen mehrere Wochen lang dauern. Darum bin ich froh, jetzt noch segeln zu können. Ich fahre etwa 50 Seemeilen [93 Kilometer] vor der Küste und habe während der letzten Tage nur Wasser um mich herum gesehen. Aber ich begegne regelmäßig Frachtschiffen. Zwei fuhren genau auf mich zu, und eines von ihnen reagierte nicht auf meine Anrufe über UKW-Funk. Zum Glück passierte das am Tag, sodaß ich es schon in großer Entfernung sehen konnte. Daneben habe ich das Glück, daß gerade Vollmond ist, und ich auch nachts gute Sicht habe. Sehr praktisch um squalls (kräftige Böen mit Regen und Wind) frühzeitig zu sehen. Aber bis jetzt war das Wetter herrlich: ich hatte dauernd Wind der Stärke 6 von hinten. Besser geht's nicht. Grüße von See, Laura"

Übersetzung aus dem Niederländischen. Mit freundlicher Genehmigung des Algemeen Dagblad, Rotterdam www.ad.nl
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