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Soziologie Mitschrift Zusammenfassung
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Soziologie Mitschrift Zusammenfassung
02/24/2011 6:40 pm

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Anmeldung: 02 / 24 / 2011
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Soziologie: lateinisch-griechisches Kunstwort
Lat.: „socios“ (Gefährte, Kamerad)
Griech.: „logos“ (Vernunft, Wort, Wissenschaft)

Karl Marx:
„Menschen machen ihre eigene Geschichte, aber sie machen sie nicht aus freien Stücken, nicht unter selbstgewählten, sondern unter unmittelbar vorgefundenen, gegebenen und Überlieferten Umständen. Die Tradition aller toten Geschlechter lastet wie ein Alp auf dem Gehirne der Lebenden“


„Es kommt immer anders als man denkt“
Robert K. Merton: Die unvorhergesehenen Folgen zielgerichteter sozialer Handlung

Kobra-Effekt: Früher gab es in Indien eine Kobra-Plage  Regierung hat ein Kopfgeld ausgesetzt für jede getötete Schlange. Folge: Leute züchteten die Schlangen, töteten diese und kassierten das Kopfgeld. Als dies jedoch ans Licht kam wurde das Kopfgeld abgeschafft, die Züchter ließen die Schlangen freu und das Ende vom Lied war, dass es dann mehr Schlangen gab als zuvor.

Man wird mit Folgen einer Handlung konfrontiert, die man so nicht beabsichtigt hat. Warum können wir die Konsequenzen unseres Handelns nicht absehen?
Handeln (ungleich Verhalten) = Verbindung mit bestimmten Absichten/Zielen  Grundstein für komplexe soziale Interaktionen. Handeln weist gewisse Regelmäßigkeit auf.
Ist unvorhergesehen direkt unerwünscht??
Nein, manchmal sogar vom Handelnden trotz unvorhersehbar wünschenswert z.B. Gärtner, der die Pflanzen des Nachbarn mitgedüngt hat ohne Absicht.
Frage: Unter welchen Bedingungen werden unvorhersehbare Handlungsfolgen für die Soziologie relevant? Diese Frage wird oft mit dem Hinweis auf kollektive Effekte beantwortet, die aus den Folgen resultieren.
Vor allem solche unvorhersehbare Folge ist von großer Bedeutung, die für andere zur Bedingung wird, an der sie wiederum ihr Handeln orientieren (müssen).
Wie kann man Gewissheit haben welche Ursache das beobachtete Phänomen ist?
Bei Kobra-Effekt ist die Ursache das Kopfgeld, das kann sich aber nicht immer so eindeutig zeigen und das wird umso schwerer wenn die Handlung und Folge zeitlich weit entfernt sind.

Unterscheidung: adäquate und zufällige Verursachung
Adäquat = Fragliche Handlung fügt sich in ein bereits vorhandenes Situationskomplex ein, aus dem
         Dem die beobachteten Folgen mit hoher Wahrscheinlichkeit ohne diese Handlung hervor-
         Gegangen wären z.B. der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt
Zufällig = eine Handlung bringt Folgen hervor ohne vorhandenes Situationskomplex

Kriterium der Unvorhersehbarkeit zu bestimmen ist schwierig.
Handlungsfolgen sind unvorhersehbar, man muss die Motive des Handelns kennen (diese sind mitunter selbst dem Handelnden manchmal nicht bewusst).
Welche Folgen von Handlungen sind vorhersehbar und welche nicht?
     Zeitraum, zur Verfügung stehende Infos und vieles mehr

Je weiter eine Folge in die Zukunft projiziert wird, desto unsicherer wird die abgesehene Folge (=self-fulfilling-prophecy)
Merton ist der Ansicht, dass Handlungen (Handlungsfolgen) gesellschaftliche Funktionen zukommen, die aber nicht unbedingt vom Handelnden beabsichtigt oder vorhersehbar sein müssen.
Manifeste Funktionenlatente Funktionen
Beabsichtigt+bekannt               weder beabsichtigt, noch bekannt

     Zentrale Aufgabe der Soziologie

Self-fulfilling-prophecy: Am Anfang falsche Situationsinterpretation/definition, es folgt eine Handlung, die darauf basiert. Am Ende eist falsche Situationsdefinition wahr/real geworden Bsp. Romeo und Julia

„Die self-fulfillingprophecy ist eine zu Beginn falsche Definition der Situation, die ein neues Verhalten hervorruft, das die ursprünglich falsche Sichtweise richtig werden lässt. Die trügerische Richtigkeit der self-fulfillingprophecy perpetuiert eine Herrschaft des Irrtums“

Organisation=Zweckgemeinschaft, denn die Wahrscheinlichkeit ein bestimmtes Ziel zu erreichen nimmt zu, wenn man dieses mit einer Organisation zusammen verfolgt.
Reflexhandlung sind soziologische Handlung, denn Handlungen, die einem erst durch den Kopf gehen und durchdacht werden sind nicht im soziologischen Sinne.
Man weiß nie, wie sein Gegenüber reagiert und was er denkt (Doppelkontingenz).

Es gibt 2 Aktionen von Handlungen:
1.     Organisiert, in Gruppe
2.     Formell organisiert, alleine handeln

Handlungen haben unvorhersehbare Konsequenzen. Um handlungsfähig zu sein gibt es verschiedene Möglichkeiten den Wissensmangel zu beseitigen:
1.     Akkumulation von Erfahrungen ((Erfahrungswissen, Vermutungen)
2.     Vertrauen (auch wenn uns klar ist, dass die Infos über die Durchführung der Handlung unvollständig sind, wir vertrauen darauf, dass die Konsequenzen der Handlung nicht negativ sind)
3.     Planung von Handlung (braucht Zeit und Energie, sind beides knappe Güter, es muss eine rationale Zuweisung auf verschiedene Bedürfnisse erfolgen, man kann nie unendlich lang planen wenn man die Folgen durchdenkt, da würde man nie fertig werden (Bsp Ei, wo kommt es her, wie geht es dem Huhn, usw.))

Auch wenn man immer die gleichen Handlungen vollzieht, sind die Folgen nie ganz genau gleich, denn nur kleine Unterschiede in den Anfangsbedingungen erzeugen große Unterschiede in den Folgen. Man kann Folgen auch fehleinschätzen nach Merton:
1.     Man weiß es nicht besser (Unwissenheit)
2.      sich irren, denn irren ist menschlich
3.     oder der Blick ist für die Folgen verstellt, man ist sich der Folgen nicht ganz sicher
4.     oder der Wert, der verfolgt wird, macht einen blind für andere Dinge (z.B. man will etwas ganz gerne und unbedingt erreichen und wird auf dem Weg dorthin abgehalten, man blendet diese Sache aus und verfolgt weiter sein Ziel)

Durkheim, Emile:
„Ein soziologischer Tatbestand ist jede mehr oder minderfestgelegte Art des Handelns, die die Fähigkeit besitzt, auf den einzelnen einen äußeren Zwang auszuüben; oder auch, die im Bereich einer gegebenen Gesellschaft allgemein auftritt, wobei sie ein von ihren individuellen Äußerungen unabhängiges Eigenleben besitzt“

Mikrosoziologie: Ausgangspunkt beim sozialen Handeln und Interagieren der Akteure
Mesosoziologie: Ausgangspunkt bei sozialen Institutionen, Ritualen und Organisationen
Makrosoziologie: Ausgangspunkt von ganzen Gesellschaften als Einheiten



Glaube kann  Berge versetzen
William I. Thomas, das Thomas-Theorem (Theorem=Resultat): „Die Definition der Situation“

Zitat: „Wenn Menschen Situationen als real definieren, so sind auch ihre Folgen real“.
Bedeutet: Jeder hat eine andere Wahrnehmung einer Situation, die durchaus falsch sein kann. Jedoch hat diese evtl. falsch wahrgenommene Situation reale Folgen.
z.B. man versteht nicht, dass jemand am anderen Ende der Straße um Hilfe ruft und dabei mit den Armen um sich winkt, man versteht dies als ein Gruß, geht weiter und dieser jemand hat keine Hilfe benötigt, es können schlimme Folgen entstehen dadurch.

Die Situationsdefinition entspricht entweder der objektiven Wirklichkeit oder der subjektiven Vorstellung.
Wenn man soziales Handeln verstehen und deuten will, muss man die Sichtweise des Akteurs über die Situation, in der sie handeln, berücksichtigen.
Zentrale These: Menschen handeln nicht auf der Grundlage der Deutung, die sie von dieser Wirklichkeit haben. Bedeutet: Um Verhalten des Menschen zu verstehen, muss näher untersucht werden wie sie ihre eigene Lage wahrnehmen+beurteilen, wie sie die Situation, in der sie sich befinden deuten und definieren.

Situation: raum- zeitlicher Sinnzusammenhang, der den Kontext einer Handlung bildet
Handlung: Lösung konkreter Situationen, sind nicht allein auf objektive Bedingungen und auf individuelle Haltungen von Akteuren zurückzuführen.

Thomas richtet sein Augenmerk auf die Deutung in konkreten Handlungssituationen und versteht Handlungen als Problemlösung.
Das geistige Potenzial v. Individuen und die Vorstellung von sich und der Welt  werden erst durch Lösen von Handlungsproblemen entwickelt.
Die wichtigsten Situationen in der Persönlichkeitsentwicklung stellen die Einstellungen und Werte anderer Personen dar.
Hinsichtlich der Objektivität und Richtigkeit mögen Zweifel gerechtfertigt sein, der subjektive Bericht ist für die Verhaltensstudie wertvoll z.B. Akteur mit Verfolgungswahn, er erlebt subjektiv was anderes als wie es objektiv eigentlich ist, er ist von der objektiven Wirklichkeit weit entfernt und macht sich sein eigenes Bild von der Situation und das ist eins ehr wichtiger Faktor für die Interpretation, denn sein Verhalten hängt mit seiner Situationsdefinition zusammen.

Gesamtsituation wird mehr oder weniger subjektive Faktoren enthalten, Verhaltensreaktion kann deshalb nur im Gesamtzusammenhang untersucht werden, d.h. Situationen müssen aus objektiver und subjektiver Sicht untersucht werden.

2 Theorierichtungen (methodologisch=theoretisch)
-     methodolog. Individualismus (Strukturen werden durch tägliche soziale Handlungen erzeugt, Handlung => Struktur)
-     methodolog. Holismus (Versuch soziale Phänomene durch gesellschaftliche Strukturen begründet, Struktur => Handlung)

Mertons Moral-Alchemie:
Eigengruppentugenden – Fremdgruppenlaster
d.h. wenn ingroup etwas behauptet, kann es für die Mitglieder der ingroup zur Wahrheit werden







Georg Simmel: „wenn 2 sich streiten…“ Der Dritte

Anomie: Gesetzlosigkeit
Devianz: Abweichung
Idealtypus: Mustervorstellung
Immanenz: Bestimmte Grenzen nicht überschreiten
Institution: dauerhafte Muster der Regelung sozialer Beziehungen
Ontologie: Lehre vom Sein
Phänomenologie: Lehre von der erscheinenden Dingen in ihren invarianten Eigenschaften
Sozialisation: eine Gesellschaft betreffend (Vergesellschaftung, Disziplinierung)
Stigma: negativ unterscheidende soziales Merkmal

Webers Bestimmungsgründe des Handeln:
1.     zweckrational: Handeln für seine eigene Zwecke
2.     wertrational: Glaube an den Eigenwert eines bestimmten Handelns
3.     affektuell: durch Emotionen, Gefühle bestimmtes Handeln
4.     traditional: Handeln durch eingelebte Gewohnheit

Georg Simmel:
„Gesellschaft existiert da, wo mehrere Individuen in Wechselwirkung treten… Diese Wechselwirkungen bedeuten, dass aus den individuellen Trägern… eine Einheit, eben eine, Gesellschaft wird.“

Triaden= Gruppen aus 3 Einheiten, haben besondere Eigenschaft im Hinblick auf Beziehung der Beteiligten zueinander. Der Dritte modifiziert das Verhältnis, das zwischen 2 Elementen besteht, durch sein Hinzutreten in entscheidender Weise (2 Frauen reden, eine 3.kommt hinzu, Intimität ist gestört und sie hören auf zu reden).
Nach Simmel gibt es 3 typische Formen von Triaden: 1.Unparteiischer/Vermittler, 2.der lachende Dritte (tertiumgaudens), 3.Dritter mit Grundsatz teile und herrsche (devide et impera)

Der unparteiische Dritte
Dritter wirkt einigend auf die Beziehung zwischen 2 Elementen
Ist Beziehung der 2 durch Konflikt geprägt tritt der 3. Als Vermittler oder Schiedsrichter auf.

Vermittler fällt keine Entscheidung, kann Interesse teilen, muss beide Gruppen kennen, löst Konflikte mit sachlichen Diskussionen, ist neutral, ist Kommunikationsfilter, objektive Perspektive, Konfliktlösung ist den 2 Parteien überlassen. Er wird als Teil von ihnen angesehen, hat eine lokale o. berufliche Verbindung zu je einer Partei (Gefahr Vorwurf dass er parteiisch ist)

Schiedsrichter ist unparteiisch, hat kein gemeinsames Interesse, hat Autorität Entscheidungen zu fällen, hat Distanz zu beiden Parteien, bestimmt abschließende Entscheidung zu Gunsten der einen oder anderen Partei, nimmt die objektive Perspektive ein.

Der Dritte vermag den Teufelskreis der emotionalen Reaktionen der 2 Parteien zu durchbrechen. Wahrscheinlichkeit objektiver Fokussierung steigt je weniger der Dritte in Konflikt/Beziehung involviert ist.

Der Lachende Dritte (tertiumgaudens)
Hat kein Interesse an Einigung zwischen den 2 Parteien nach dem Motto „Wenn sich 2 streiten, freut sich der Dritte“. Er wird nicht als Teil einer Gruppe angesehen, ist unparteiisch und kann Konflikte missbrauchen.
Konflikt zwischen den 2 Parteien wird vom Dritten ausgenutzt und der Dritte kann sich vollkommen aus dem Konflikt raushalten.
Vorteil: Konfliktparteien halten sich gegenseitig in Schach, der Dritte kann in Ruhe sein Ziel verfolgen. Der Dritte kann einer der Parteien eine Wohltat zukommen lässt um die andere zu kränken.
DerDritte gewinnt Macht durch die Abhängigkeit der 2 streitenden Parteien

Am Markt gibt es den tertiumgaudens: Konsument ist der lachende Dritte, Produzent und Produzent sind die 2 Parteien

Zu unterscheiden: 2 Parteien aufeinander feindlich und konkurrieren deshalb um die Gunst des Dritten ODER 2 Parteienkonkurrieren um die Gunst des Dritten und sind aus diesem Grund aufeinander feindlich

Der Dritte mit Grundsatz teile und herrsche (devide et impera)
Der Dritte wirkt aktiv trennend auf die anderen 2 Elemente ein und zieht daraus seinen Vorteil.
Seine Handlungsmöglichkeiten: von Verhindern einer Vereinigung der 2 Parteien bis gezielt Eifersucht und Misstrauen erzeugen und säen (oder sogar offenen Konflikt zwischen den 2 Parteien entfesseln)
-Öl ins Feuer kippen, zurücklehnen, zuschauen wie Parteien sich gegenseitig schwächen
-1 Partei unterstützen bis die andere Partei besiegt ist und sich dann gegen die vorher unterstützte Partei stellen und ihn platt machen

     Kunst des devide et impera: er trennt die Parteien so, dass diese Trennung mit ihm nicht in Verbindung gebracht wird (er macht sich quasi unsichtbar)
Simmel betrachtet den Dritten vor allem im Hinblick auf Konfliktkonstellationen
Kritik: Simmel hat nicht berücksichtigt, dass der Dritte sogar als ein unentbehrliches Element auftreten kann in einer Gruppe
Der Aspekt wurde von Simmel nicht komplett außer Acht gelassen, er erwähnt die Beziehung zu einem neu geborenen Kind, dabei schließt das Kind (das dritte Element) den Kreis und es entsteht eine soziale Einheit

Simmelsche Analyse: Vielzahl sozialer Phänomene lassen sich nur unter der Berücksichtigung eines dritten Elements erklären



„Gekommen um zu bleiben“
Georg Simmel: Der Fremde

Der Fremde ist ein Wandernder, der heute kommt und morgen bleibt ≠ Gast, der kommt heute und geht morgen. Man erwartet von einem Fremden normal, dass er wieder geht und nicht bleibt.
Bsp für Fremde: Gastarbeiter, die nicht mehr heim gingen sondern blieben und ihr Leben hier aufbauten.
Simmel sieht jemanden als fremd an, der gar nicht erst gekommen ist, Fremde verbindet nach Simmel 2 Kategorien: Mobilität und Sesshaftigkeit!
Der Fremde hat die Gelöstheit des Kommens und des Gehens nicht ganz überwunden, da er als Wandernder von außen kommt, lässt sich an einem Ort nieder und wird dort sesshaft, er wird dort Element der Gruppe, nimmt innerhalb der Gruppe jedoch eine Sonderstellung an.  Aber trotz Sesshaftigkeit bleibt er ein potentieller  Wanderer, da er ursprünglich von woanders herkommt und theoretisch weiterziehen könnte. Ein Außenstehender, zu dem wir nichts wissen und zu dem keinerlei Beziehung besteht ist kein Fremder im soziologischen Sinne.
Wenn ein nahestehender Mensch einem fern ist, spricht Simmel von Distanz (z. B. Fernbeziehung, emotionale Nähe) Und wenn ein Ferner nah ist spricht Simmel von Fremd sein (z. B. ein Nachbar trotz räumlicher Nähe unvertraut).

Als Glied einer Gruppe verkörpert der Fremde bestimmte Eigenschaften, die seine Sonderstellung begründen:
-     Soziale Beweglichkeit: Er kommt mit vielen Elementen der Gruppe in Kontakt und baut Beziehungen auf, ist mit niemanden verwandt, kann somit das Geschehen innerhalb einer Gruppe mit einer gewissen Distanz verfolgen
-     Objektivität: Da er von außen kommt hat er die Freiheit jenseits der in der Gruppe vorherrschenden Werte zu stehen. Der Fremde erlebt das Näheverhältnis aus der Vogelperspektive kann somit Verhältnisse in der Gruppe objektiver sehen (was nicht immer unbedingt positiv in einer Gruppe ist, denn Mangel an Loyalität kann vorgeworfen werden)


„Flüchten oder Standhalten“
Albert O. Hirschmann: Abwanderung oder Widerspruch

Primärgruppe: Kontinuierliche persönliche Interaktionen, persönliche und vertrauensvolle Beziehung, zeitintensiv, lange Dauer (Freundschaft, Familie)
Sekundärgruppe: Begrenzte persönliche Kontakte, Zweck- Ziel- Interesseorientiert, kurze Dauer (Vereine, Unternehmen)
Eigengruppe (in-group): wir, normal
Fremdgruppe (out-group): ihr, unnormal
Informelle Gruppe: ungeplant, spontan (Basis: ähnliche Erfahrungen, Interesse, z.B. Freundschaft)
Formelle Gruppe: geplant (Basis: klare Erwartungsstrukturen, Rollenzuordnung, z.B. Betriebe)

Wenn Konflikt auftritt hat man 2 Möglichkeiten zu reagieren:
-     Fehlentwicklung korrigieren  Widerspruch z. B. Plack-Power-Bewegung
-     Beendigung der Beziehung  Abwanderung z. B. Hippie-Bewegung

Unter welchen Umständen neigen Menschen zu Abwanderung/Widerspruch?
Welche Konsequenzen hat dies für die Organisation, Unternehmen, soziale Beziehungen.
Beeinflussen Widerspruch und Abwanderung sich gegenseitig?

Abwanderung:
Es ist ein mächtiges, indirektes, stumpfes Instrument um auf Fehler aufmerksam zu machen.
Rückzug aus Beziehungen zu Personen/Organisationen
Als Kunde mit Leistung unzufrieden  umsehen nach Alternativen, die eine bessere Leistung versprechen. Voraussetzung: Firma ist kein Monopol also Wahlmöglichkeiten, Wettbewerb und gut funktionierende Märkte. Diese Bedingungen sind meistens auf Märkten erfüllt und es liegt Abwanderung nahe, da diese wenig Mühe kostet, für Unternehmen ist die Problemfindung schwierig.
Die Möglichkeit zur Abwanderung ist gewachsen durch gesetzliche und religiöse Freiheiten.
In Ehe ist Abwanderung die Scheidung, Abwanderung ganz leicht, stellt großes Drohpotential dar mit evtl. unbeabsichtigten Folgen

Widerspruch:
Ist eine direkte, aussagekräftige Hinweisung auf Fehler, vor allem wenn Abwanderung unmöglich ist, ist schwierig und teurer, riskanter, äußert sich in Kritik und Protest, im Kollektiv wirkungsvoller und weniger Kosten. Weist präziser auf Fehlentwicklungen hin und kann im Hinblick auf Korrektur Erfolg versprechen, aber aufwendig. Das Ergebnis hängt davon ab, wie viele Gleichgesinnte sich anschließen (kollektives Handeln). Oft ist es unklar ob und dann wem gegenüber Widerspruch eingelegt werden soll (Abwanderung hingegen viel einfacher und anonymer). Der Nutzen für einen selbst ist unsicher, zeitlich unbestimmt und mit persönlichen Risiken verbunden. Wenn Möglichkeit zur Abwanderung nicht gegeben ist, ist Widerspruch der einzige Weg auf Fehlentwicklungen zu reagieren z.B. beim Monopol auf dem Markt (Deutsche Post, Deutsche Bahn), in familiären Beziehungen. Durch die loyale Bindung kann schnelle Entscheidung zum Widerspruch vermieden werden (z.B. Markentreue, Familie, Glaubensgemeinschaft). Vertikaler Widerspruch: Nach oben in einer Hierarchie zu Eltern, Vorgesetzten. Horizontaler Widerspruch: Auf gleicher Ebene, unter Bürgern. Horizontal ist die Bedingung für Vertikal.
In der Ehe ist Widerspruch den Streit zu klären und nicht direkt Scheidung einreichen (miteinander reden)

Wechselwirkung zwischen beiden Optionen:
-     Können sich gegenseitig schwächen durch das reine vorhanden sein beider Optionen  Motivation zum Widerspruch verringert sich, wenn Möglichkeit zur Abwanderung besteht.
Die Kraft des Widerspruchs kann durch tatsächliche Abwanderung geschwächt werden, wenn z.B. der Hauptstimmführer abwandert.
-     Erfolgreicher Widerspruch hängt vom Zusammenschluss vieler Akteure zusammen, denn wenn einer abwandert, reduziert sich der Erfolg um eine Person
-     Individuelle Perspektiven und Überlegungen der betroffenen Akteure, da Entscheidung zwischen 2 Optionen individuellen Interessen folgen, das hat Nachteile für die Organisation und die Allgemeinheit
-     Können sich gegenseitig verstärken (durch das Drohpotential möglicher Abwanderung oder den Vollzug der Abwanderung wird der Widerspruch verstärkt) wie z.B. Zerfall der DDR (Abwanderung der Flüchtlinge  Widerspruch der Zurückgebliebenen (Massendemonstrationen) wurde durch Abwanderung möglich gemacht)

Granovetter: Vom Nutzen entfernter Bekannter

Wie wirkt sich das Geflecht unserer sozialen Beziehungen auf unseren Zugang zu Informationen und Ressourcen aus und in welchem Grad tragen sie dazu bei?

Schwache Beziehungen:
Die Leute, mit denen man intim ist, die haben andere Freunde, die man durch die intimen Freunde kennenlernt und genau das sind die schwachen Beziehungen. Beim Kennenlernen tauscht man viele Infos aus in einem kleinen Zeitraum um die Person einzuschätzen. Durch den Infoaustausch kommt man evtl. schnell auf das Stichwort „Job“ („und was machst du so…?“).
Diese Beziehungen sind hochgradig informativ ≠ starke Beziehungen. Die Infos von schwachen Beziehungen kommen aus anderen sozialen Milieus und anderen regionalen Bereichen, sie bilden sogenannte „Brücken“, die aus anderen sozialen, regionalen Bereichen kommen, denn manchmal benötigt man Infos von „außerhalb“.
Der kürzeste Weg zwischen zwei Personen in größeren Netzwerken ist die „lokale Brücke“. Die einzige Verbindung zwischen 2 Personen in einem mind. Zur Hälfte gespaltenem Netzwerk ist die „Brücke“. Ein Gerücht verbreitet sich am besten über schwache Beziehungen.

Starke Beziehungen:
Weisen ein hohes Maß an Intimität auf, da man viele Details, geheimnisse von der Person kennt, beruht auf Gegenseitigkeit und weist eine emotionale Bindung auf (Abwanderung bei einem Konflikt ist keine Option), die Beziehung ist relativ zeitintensiv. je mehr man Zeit mit der Person verbringt und je enger die Bindung ist, desto mehr Freunde/Freundesfreunde kennt man von dieser Person. Starke Beziehungen bauen sich in sozial und regional gleichen Bereichen auf (unter gleichen Personen, vor allem in der Ober- und Unterschicht  Familienzusammenhalt und Abgrenzung von anderen.
Starke Beziehungen sind keine Brücken, weil die Menschen den direkten Kontakt zueinander suchen und nicht über den Dritten vermittelt aufeinander zugehen.

Es ist unmöglich, dass die Freunde die Freundesfreunde nicht mindestens mit einer schwachen Beziehung miteinander verbunden sind.

Je höher die Anzahl schwacher Beziehungen, desto mehr wird der Akteur mit Informationen mit hohem Neuigkeitswert versorgt. Je weniger schwache Beziehungen, desto isolierter ist der Akteur.
Je stärker die Beziehung zwischen 2 Menschen ist, desto größer ist die Anzahl gemeinsamer Bekannter/Freunde.

Untere Schicht: Dominanz starker Beziehungen (Familie)
Mittlere Schicht: relativ hoher Anteil schwacher Beziehungen (man strebt nach oben z.B. jobmäßig und dann ist es gut mit vielen Menschen durch schwache Beziehungen verbunden zu sein)
Obere Schicht: primär starke Beziehung in sozial geschlossenen, exklusiven Kreisen


„Die Banalität der Macht“
Heinrich Popitz: Prozesse der Machtbildung

Das Geheimnis der Macht ist banal.
„Wodurch kann es geschehen, dass eine Minderheit über eine Mehrheit zu herrschen vermag?“

Prozesse der Machtbildung anhand des Beispiels Passagierschiff:
Voraussetzung: Kasernierte Vergesellschaftung, d.h. den Beteiligten ist es nicht erlaubt auseinander zu laufen also keine Abwanderung und alle fangen bei Null an, es gibt keine besser oder schlechter gestellte Menschen)
Das Schiff fährt von Hafen zu Hafen, Leute steigen aus und neue wieder ein. Es gibt auf dem Deck nur für ein Drittel der Besatzung Liegestühle. Es gibt anfangs die Ordnung, dass jemand sich sonnt, wenn er fertig ist den Platz für jemand anderes frei macht.
Irgendwann kommen neue Passagiere auf das Schiff und entscheiden sich Macht zu ergreifen(das ist der einzige Vorteil, den sie den Besitzlosen gegenüber haben, die pure Entscheidung) und reservieren die Stühle mit einem Handtuch und beanspruchen somit das Nutzungsrecht und werden zu Besitzenden. Dadurch bildet sich die Gruppe der Besitzlosen. Es ergibt sich ein neues Prinzip, denn jetzt hat jemand das Nutzungsrecht, es wird anderen Menschen verboten diesen Stuhl zu nutzen. Dadurch kommen weitere Phänomene: der nächste Schritt ist den Besitz zu verwalten bei Abwesenheit des Besitzenden von Gleichgesinnten (ebenfalls Besitzende). Es ist sinnvoll sich gegenseitig zu helfen, da man auf Gegenleistung vertrauen kann wenn man selbst abwesend ist und man durch die Anerkennung der Verwaltung des Besitzes dem anderen Besitzenden den Besitz bestätigt, akzeptiert das Prinzip des Besitzes.
Die Besitzenden haben einen Vorteil gegenüber der Mehrheit, denn sie haben eine Organisation innerhalb ihrer Gruppe aufgebaut, sie bilden horizontal eine homogene Gruppe, vertrauen sich, sehen optisch wie eine Gruppe aus durch Mimik, Gestik und Sprache, sie legitimieren sich gegenseitig ihren Besitz. Wenn ein Besitzloser zu den Stühlen kommt wird er von allen vertrieben. Ein Besitzloser würde alleine nie gegen die ganze Gruppe der Besitzenden ankommen. Die Besitzlosen müssten als Kollektiv gegen die Besitzenden handeln, sie hätten direkt von Beginn an sich wehren müssen, was jedoch übertrieben wäre zu Beginn, denn da war das Ausmaß noch nicht bekannt. Da die Besitzenden nicht immer gegenseitig auf ihren Besitz aufpassen können, bildet sich die Funktion des Wächters heraus, indem Besitzlose bei Abwesenheit der Besitzenden über deren Besitz wachen und zugleich den Stuhl nutzen können. Somit bekommen diese Besitzlose ein Privileg zugesprochen und akzeptieren den Besitz der Besitzenden und wenden sich von der Gruppe der Besitzlosen ab, da sie sich fast auf die gleiche Ebene wie die Besitzenden stellen und auch Besitzlose vertreiben wenn sie zu nah an die Stühle kommen. Die Besitzenden spielen die Besitzlosen gegeneinander aus.
Besitzlose sind Besitzlose aus freien Stücken, da sie alle als Wächter arbeiten und somit die Liege nutzen könnten. Weil sie das Prinzip nicht anerkennen wollen aber die Möglichkeit dazu gehabt hätten, ist das ihre freie Entscheidung.
Besitzende versuchen das Prinzip des Besitzes untereinander aufrecht zu erhalten wenn z.B. ein Wächter versucht Besitz zu ergreifen.
Warum organisieren sich die Besitzlosen nicht und schmeißen die Besitzenden nicht von den Liegen, denn immerhin sind sie in der Mehrheit?
Man muss sich als Gruppe zusammenschließen und dafür muss man sich schon zu Beginn versuchen das Bilden von Besitzgruppen zu unterbinden. Jedoch können viele das Ausmaß nicht einschätzen und fänden schwere Reaktionen zu Beginn zu überzogen.
Zudem wissen die Besitzlosen nicht welches Prinzip sie am besten finden würden, wenn sie die Besitzenden von ihrem Besitz lösen. Es würde sich immer wieder eine Gruppe bilden, die den Besitz in Anspruch nimmt. Die Besitzlosen finden das ursprüngliche Prinzip am besten.

Die Ursache für Dynamiken von Monopolbildungen bzw. ungleichen Machtverhältnissen ist die Diskrepanz der Organisationsfähigkeit.

Phasen der Machtbildung:
1.     Herstellung von Macht
2.     Stabilisierung und Legitimierung von Macht
3.     Erhalt und Reproduktion von Macht

„Teile und Herrsche und werde unentbehrlich“
Elias: Königsmechanismus

Elias arbeitet sich an einer These entlang.
Abendland: Westen
Morgenland: Osten/ Südosten
Zentralorgane: Entscheidungs- bzw. Herrschaftsinstanz einer Gesellschaft (Regierungsorgan) (Stärke und Stabilität), Zentralorgane sind besonders wichtig, wenn Konflikte existieren und sind in gewisser Weise abhängig von Konflikten, denn dann ist ihre Macht besonders groß (Spannungsverhältnis zwischen Konflikt und Zentralorgan). Sie haben eine ganz eigene Position, egal aus welchen sozialen Milieus die Personen daraus stammen.
Funktionale Differenzierung: (Moderne Gesellschaft) Differenzierung Ungleichheit (Hierarchie) als auch Gleichheit (keine Hierarchie) der gesellschaftlichen Teilsysteme (z.B. Arbeitsteilung)
Segmentäre Differenzierung: Stämme, Dörfer, Familie (gleiche Teilsysteme)
Stratifikatorische Differenzierungifferenzierung der Gesellschaft in Schichten (Soziale Ungleichheit)
Stabilität: Angewiesenheit der Gesellschaft auf das Zentralorgan
Stärkeie dringend wird das Zentralorgan gebraucht. Die Größe des Entscheidungsspielraums des Zentralorgans (wie sieht die Herrschaft aus und welche Entscheidungsgewalt hat sie), hat mit Entscheidungshaftigkeit zu tun; Zentralorgan ist stark und hat großen Entscheidungsspielraum
Zentralorgane gibt es in jeder Art von Gesellschaft (Abendland stabiler als im Morgenland, da im Abendland funktionelle Differenzierung)
Zentralorgane gehen aus Konkurrenzkämpfen hervor (z.B. früher über Boden Konflikte führen um an Ressourcen zu kommen)
     Nach Simmel: tertiumgaudens; Konkurrenzkämpfe bestehen i.d.R. zwischen 2 Elementen, wenn einer von denen stark ist, wird er der Regulator,
Wenn dann später 2 in Konflikt geraten, kann der Regulator (Dritte) angesprochen werden damit er den Konflikt ggf. löst
(2 streiten sich und holen einen Dritten zur Konfliktlösung hinzu)
Interdependenz:Vielheit der Beziehungen (Wechselseitigkeit) z.B. Verhältnis Arbeitgeber (stellt Raum und Mittel für Arbeit zur Verfügung) – Arbeitnehmer (stellt seine Arbeitskraft zur Verfügung), sie sind hochgradig voneinander abhängig  bei Konflikt setzt eine Partei aus und unterbricht somit


den Arbeitskreislauf. Wenn sie ihre Interessen egoistisch verfolgen, können sie ihre Kräfte gegenseitig aufheben und dem anderen geht es schlecht (wenn Arbeitnehmer nicht mehr zur Arbeit kommt, wird die Arbeit nicht gemacht, der Arbeitgeber kann nichts verkaufen, wenn der Arbeitgeber keine Mittel mehr zur Verfügung stellt, kann der Arbeitnehmer nicht arbeiten, da die Mittel fehlen)
Sie sind wechselseitig aufeinander angewiesen, der Konflikt kann festfahren und es geht nicht mehr weiter, denn sie können sich nicht gegenseitig zerstören, sie müssen ihren Konflikt durch einen Dritten lösen lassen oder einer muss nachgeben
Es gibt immer mehr Interdependenzen, da es immer mehr Zentralorgane und Abhängigkeit gibt z.B. Deutschland in EU (Deutschland würde z.B. nie Krieg führen gegen EU-Staaten oder gegen ein Staat, welches uns die Waffen liefert als Beispiel, da man voneinander abhängig ist, Ressourcen nimmt und gibt). Je weiter funktional differenziert wir sind, desto mehr Konflikte gibt es  Existenz des Zentralorgans umso wichtiger, je wichtiger das Zentralorgan ist, desto stabiler ist es.
     Herrschaft ist notwendig bei funktional differenzierten Gesellschaft


„Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“
Elias: Etablierte und Außenseiter

„Soziale Ungleichung liegt überall dort vor, wo die Möglichkeiten des Zugangs zu allgemein verfügbaren und erstrebenswerten Gütern und/oder zu sozialen Positionen, die mit ungleichen Macht- und/oder Interaktionsmöglichkeiten ausgestattet sind, dauerhafte Einschränkungen erfahren und dadurch die Lebenschancen der betroffenen Individuen, Gruppen und Gesellschaften beeinträchtigt bzw. begünstigt werden“ (Reinhard Kreckel)

„Alle Menschen sind gleich, aber manche sind gleicher als andere“ (George Orwell).
Bedeutet: Es gibt’s Gruppen von Menschen, die auf der gesellschaftlichen Stufenleiter über anderen stehen (Reich über Arm, Mann über Frau, Intelligent über Dumm). Auch Gruppen, die nach außen gleich erscheinen bzgl. Ihrer wirtschaftlichen Lage, Nationalität, Bildung gleich sind, können ihre Beziehungen zueinander zu Überlegenen und Unterlegenen werden. Wie lässt sich das erklären? Ausschlaggebend für das Machtungleichgewicht ist ein unterschiedlicher „Kohäsionsgrad“ (= hoher Zusammenhang gebildet, Organisationsgrad).

Studie eines Dorfes um 1958-1960
Ausgangslage:
Unterscheidung der 3 Zonen: Zone 1 = Fabrikarbeiter, Mittelschicht, haben andere Ansprüche,   werden von den anderen nicht in Frage gestellt, Zone 2 = Zone 3 = zwei Arbeitergesellschaften, homogene Gruppe von Fabrikarbeitern, haben keine soziale strukturelle Ungleichheit, haben gleiche Bedürfnisse, stehen also im Konkurrenzkampf, ABER: einziger Unterscheid: Zone 2 existierte schon länger, Zone 3 war da noch nicht gebaut und kommt neu hinzu

Zone 2 existiert schon länger und hat dementsprechend alle Machtpositionen im Dorf mit eigenen Dorfmitbewohnern besetzt, sie haben sich etabliert („Etablierten“)akute Machtposition von Zone 2. Zone 3 wird gebaut und neue Leute kommen hinzu, sie kennen niemand und niemand kennt sie, sie kennen die Normen, Regeln, Vorlieben, Gewohnheiten von Zone 2 nicht.
Vorteil von Zone 2: Organisation, sie haben den Gruppenprozess durchlaufen.
Wenn Zone 3 zu Zone 2 kommt muss Zone 2 sie ausgrenzen, weil Zone 3 durch die Mitgliedschaft der Gemeinde eine Konkurrenz um die Machtpositionen darstellen, sie irritieren die Einheimischen in Zone 2, weil sie ihre Regeln nicht kennen. Für Zone 3 sind die Regeln unbekannt, die Organisation unsichtbar, sie wissen nicht wie es in Zone 2 normalerweise abläuft und daher können sie nicht anders als diese Regeln zu brechen wenn sie Kontakt zu Zone 2 suchen. Die Einheimischen in Zone 2 sind emotional an ihre Ordnung gebunden und sind daher schnell verletzbar.
Voraussetzung zur Zugehörigkeit ist hier die Einhaltung der Norm.

Soziologischer Tatbestand: Etwas außerhalb des Individuum übt Zwang auf ihn aus, wenn man gegen eine Norm verstößt, zwingt man sich selbst dazu eine Tugend zu machen (Selbstzwang) /wenn man immer gesagt bekommt was man tun muss, macht man es sich irgendwann selbst zum Zwang, weil es unangenehm ist ständig daran erinnert zu werden). Ähnlich ist es, wenn man gegen eine Norm verstößt, dass dann Schamgefühl aufkommt. Z.B. Schönheitsideal, wenn man dagegen verstößt, schämt man sich dafür und lässt sich operieren, das ist Selbstzwang.
Wenn man selbst Tugenden nachkommt und andere dagegen nicht, fühlt man sich selbst als einen besseren Mensch innerhalb der Gruppe (Aufwertung der eigenen Person, Abwertung im Vergleich der anderen Person)

Wenn Außenstehender an einen Einheimischen herantritt wird er abgelehnt, nicht wegen der Person, sondern wegen der Zuschreibung „Außenseiter“.

Aus Sicht der Etablierten:
Gruppencharisma – Etablierte  Gruppenschande – Außenseiter
Fühlen sich besser und werten die anderen ab

Es kommt immer auf die Perspektive an, aus welcher Gruppe man spricht. Es gibt auch Personen innerhalb der Gruppe, die das Gruppenprinzip verkörpern und andere, die in der Gruppe abhängen und die Normen befolgen, nur nicht mit ganzem Herz. Es entwickelt sich eine Hierarchie. Die, die ind er Hierarchie ganz unten stehen meiden die Außenseiter am meisten, weil sie sich an denen nicht „anstecken“ wollen, den Status der Gruppenmitgliedschaft nicht gefährden wollen, den Rang der Gruppe nicht in Frage stellen wollen. Die obere Stufe der Hierarchie ist da weniger gefährdet, da sie Macht besitzen.

Außenseiter:
Sie sind untereinander nicht organisiert, da sie nicht aus einem geschlossenen Dorf kommen und sie sind untereinander fremd. Irgendwann lernen sie sich auch kennen und können eine eigene Organisation erstellen. Die Außenseiter vergleichen sich mit den Etablierten, sie schauen zu ihnen herauf und fühlen sich schlecht als Außenseiter.

Figuration:
Stigmatisierung:Zuschreibung von negativen Merkmalen, Abwertung, Beleidigungen, etc.
Etablierte stigmatisieren Außenseiter und heben sich von ihnen ab, beleidigen sie, stellen sie schlechter als sich selbst hin. Stigmatisierung der Außenseiter lässt den Außenseiter an sich selbst zweifeln.
Es ist zentral, dass Etablierte keinen Kontakt zu Außenseitern aufnehmen, um den Rang der Gruppe nicht zu gefährden oder gar aus der Gruppe verwiesen zu werden, sie wollen nicht mit der „Schlechtigkeit“ in Verruf kommen.
Außenseiter kann: 1. Er sucht Kontakt zu den Etablierten, nach dem er sich möglichst eklig gemacht hat um die Etablierten zu ärgern  Kriminalitätsrate würde dann steigen
2. er lebt sich ein. 3. Etabliert sich unter sich und der eigenen Gruppe.

Wann ist Stigmatisierung wirksam?
Wenn Machtunterschiede gering sind, ist Stigmatisierung gut um die andere Gruppe zu schwächen.
     Spannungsverhältnis
Es kommt darauf an in welcher Verfassung man sich selbst befindet und ob man sich stigmatisieren lässt. Wenn man z.B. am Hungertod nagt, will man auch keine Machtposition ergreifen ,man hat andere Probleme.

Um Stigmatisierung anwenden zu können, braucht man Macht im Rücken, die Voraussetzung für Macht ist Organisation in der Gruppe.

Das Spannungsverhältnis ist ausgeglichen: ist die Stigmatisierung am Besten/Höchsten, vgl. Königsmechanismus: Spannungsverhältnis zwischen Konflikt und Zentralorgan- je mehr Konflikte vorhanden, desto wichtiger ist das Zentralorgan.

Hier kommt segmentäre und stratifikatorische Differenzierung ins Spiel.

„Hauptsache teuer!“
Thorstein Veblen: Der demonstrative Konsum

Lebensstil: Gesamtheit von Alltagsroutinen, stabilen Verhaltensmustern und –erwartungen, die für Individuen/Gruppen als typisch angesehen werden und Ausdruck der Beanspruchung einer bestimmten Stellung sind. Indikator=Geschmack.
Milieu: Eine im Hinblick auf die Gesamtheit dieser Lebensverhältnisse und Lebensführung vergleichbare soziale Stellung. Indikator=durch berufliche Position vermittelte soziale Stellung und Form des Lebensführung.
Niveaumilieu: Streben nach Rang
Integrationsmilieu: Streben nach Konformität
Harmoniemilieu: Streben nach Geborgenheit
Selbstverwirklichungsmilieu: Streben nach Selbstverwirklichung
Unterhaltungsmilieu: Streben nach Stimulation
Kapital: Begriff für die einem Akteur verfügbaren Ressourcen. Ökonomisches Kapital=Geld, Kulturelles Kapital=Bildung, Soziales Kapital=Beziehungen
Habitus: Ein Bündel von Handlungs- Denk- und Wahrnehmungsmustern

Warum zahlt der Mensch mehr Geld für Güter/Dienstleistungen, wenn die günstigeren genau so gut sind? Es kommt häufig dann vor, wenn es sich um Ware handelt, die entweder in Gegenwart anderer oder zumindest für andere sichtbar konsumiert wird.
Menschen sind dazu bereit viel Geld auszugeben für Dinge, deren eigentlicher Zweck auch von günstigeren erfüllt wäre.
Häufig ist der Grund, der weniger die materiellen Bedürfnisse stillt, sondern hat vielmehr einen symbolischen Wert der Dinge z.B. teure Designeruhr (nicht nur um die Zeit abzulesen, sondern um Wohlstand, Stil, etc. zu demonstrieren).

Früher:
Patriarch: Vaterführer (Herrschaft der Männer/Väter)
Männer bildeten die Oberklasse, Frauen hingegen die Unterschicht/Außenseiter. Der Brauch war: Männer konsumierten das, was die Frauen hergestellt/produziert hatten (erzeigt von der Unterschicht), wer konsumiert ist die Oberschicht

(Verknüpfung zu Elias‘ Gruppencharisma)

Veblen-Effekt: Dinge haben nicht nur materiellen Wert, sondern auch einen symbolischen Wert
Demonstrative Muße: Verschwendung von Zeit und Mühe
Demonstrativer Konsum: Vergeudung von Güter (alles was über das Existenzminimum hinausgeht ist Vergeudung der Güter)

Alles was über das Existenzminimum hinausgeht gehört der Oberklasse an.
Es ist nicht nur wichtig wie viel man konsumiert, sondern WAS und WIE (z.B. teuersten Wein aus Plastikbechern trinken alleine zu Hause  teuren Wein mit seltenen Besuch in tollen Weingläsern trinken).
Demonstrativer Konsum ist dann von großer Bedeutung, wenn wir uns in einer Sphäre bewegen, wo wir viel in Kontakt mit Menschen kommen.
Demonstrative Muße: Vergeudung von Zeit und Mühe, man hat so viel Geld, dass man nicht arbeiten gehen muss. Man sitzt daheim rum, und alles was wir machen bekommt unser Umfeld mit, die Kontakte sind sehr eng auf dem Dorf ≠ in der Stadt bekommen es nicht viele Leute mit, wenn man daheim rumsitzt, weil man nicht mehr arbeiten gehen muss aufgrund des Reichtums, in der Stadt bekommt man nur etwas mit, wenn etwas optisch an einen herangetragen wird z.B. man fährt mit dem Porsche in die Stadt und zeigt was man hat, das wird von mehr Leuten in der Stadt wahrgenommen als wenn man daheim mit seinem Geld rumsitzt (demonstrativer Konsum).

Stellvertretender Konsum: Wenn jmd an einem Punkt angelangt ist, dass er so viel Geld hat und noch weiter Prestige haben will und aber dies nicht weiter zeigen kann, weil jeder seinen Fuhrpark schon kennt, dann gibt es eine Möglichkeit für den Reichen anderen Menschen einen besseren Lebensstil zu ermöglichen um so an Prestige zu kommen z.B. eine große Spende nach Afrika kommen lassen und deswegen eine Dankestafel zu erhalten oder die Rolle der Prestigezuweisung der eigenen Frau zuweisen, wenn der Mann der Haushaltsvorstand ist (Mann geht arbeiten und die Frau ist Hausfrau und fährt mit dem schönen Auto durch die Gegend, zeigt was sie hat und schreibt dem Mann somit Prestige zu

Wer hat Prestige verdient??
Wer Leistung bringt oder besonders gut ist, weil er besonders gut gearbeitet hat.
Leistung: soziales Prestige, ökonomisches Kapital: hohes Prestige nur so lange, wie wir glauben, dass es durch unsere Leistung kommt zB. Man sieht einen Geschäftsmann, der 10 Std am Tag arbeitet und gut gekleidet ist, man denkt direkt er hat einen guten Job, er leistet gute Arbeit und verdient deswegen so viel.
     Prestigeverlust v. demonstrativer Muße bei Prestigeverlust der Leistung
Wir glauben: wer viel Geld hat, arbeitet gut und viel, leistet also was, wer viel Geld hat, kann gut leben und wer viel Geld hat bekommt noch mehr, wer mehr Geld hat als genug, kann demonstrativen Konsum haben
Denn wenn man behauptet, dass man für sein Geld nicht macht hat das Prestigeverlust zur Folge.
     Werkinstinkt (tätig sein, etwas machen um Prestige zu erlangen


„Die Konformität der Einzigartigkeit“
Georg Simmel: Die Mode

„Der Mode entkommt man nicht. Denn auch wenn Mode aus der Mode kommt, ist das schon wieder Mode“ (Karl Lagerfeld).
Mode ist zyklisch organisiert und hochgradig prozesshaft.
Besondere Eigenschaft von Mode: sie wird von außen importiert und wird direkt von der ursprünglichen Bedeutung losgelöst.
Mode zeigt essenzielle Züge des sozialen Zusammenlebens. Bei Betrachtung der modischen Erscheinungseiner Zeit, schildert er zugleich auch die Gesellschaft, in der diese Erscheinungen auftreten. Das, was als Besonderheit der Mode herausgearbeitet wird, wird auch als gesellschaftliches Spezifikum der Moderne (speziell der modernen Kultur).
Frage: Wie funktioniert Mode und welche Eigenschaft macht sie zu einem soziologisch interessanten Untersuchungsgegenstand? Mode=sozialer Mechanismus, der 2 gegensätzliche Bedürfnisse vereint (=Dualismus der Mode):
1.     Moderne Menschen streben nach Zugehörigkeit zu einer Gruppe, verfolgen den Wunsch durch Nachahmung
2.     Menschen haben das Bedürfnis als Einzelne etwas Besonderes zu sein und suchen deswegen immer etwas Neues, in dem sie sich von anderen unterscheiden können
Mode entsteht nach Simmel aus „Pendeln zwischen beiden Polen dieser ambivalenten Motivstruktur“ (Mode schließt aus und hält gleichzeitig zusammen).
Für Simmel ist Mode eine Erscheinung, die Destinktion und Konformität miteinander vereinbart, sie zeigt, dass Individualität und Gleichartigkeit sich nicht gegenseitig ausschließen
     Wer modisch ist
-     Will auffallen, sich unterscheiden
-     Will dazugehören
Und beides gleichzeitig!!!
Mode ist wie eine Medaille mit 2 Seiten.

Was bedeutet der Umgang mit Mode für das einzelne Subjekt?
-     Modenarr: folgt der Mode bedingungslos
-     Mensch, der Mode als Fassade nutzt, verbirgt sein wahres Ich hinter der Mode

Mode: soziale Form, die Individualität zur Voraussetzung hat und sie gleichzeitig beschützt, gibt der Individualität ein gesellschaftliches Kleid, eine Maskierung. Äußere Technik im Gegensatz zum inneren Mechanismus des Schamgefühls
Individualität: Elemente kann man vor anderen verbergen und für sich behalten  Möglichkeit von geheimnissen (Individualisierungsmoment eines Ranges), denn eine Person, über die man alles weiß ist kein Individuum!!!

Simmel betrachtet Mode auch als „klassenmäßige Scheidung“ (Verknüpfung von Mode mit sozialer Schicht) Trickle-Down-Theorie:
Oberste Schichten greifen Mode als Erstes auf, sobald untere Schicht diese Mode aufgreift (nachahmt), folgt die obere Schicht bereits dem neuestem Trend und der Zyklus beginnt von neu.
Denn: Untere Schicht strebt nach oben, und Mode kann man am besten nachahmen als z.B. Bildung..

Es ist in der Soziologie umstritten in welchem Verhältnis Mode und soziale Schicht zueinander stehen.

„Na dann, gute Reise“
Albert O. Hirschmann: Der Tunneleffekt

„Solange die Wirkung des Tunneleffekts anhält, fühlen sich alle begünstigt, ob sie nun reicher geworden sind oder (noch) nicht.“

Stau in 2-spurigen Tunnel dient dazu grundlegende Mechanismen beim Erleben sozialer Unterschiede zu erläutern. Hirschmann zeigt Konsequenzen einer bestimmten Konstellation von Ungleichheiten auf, die darin bestehen, dass Personen, die sich alle in der gleichen Situation befinden, es bei einigen Akteuren „vorangeht“, während andere (noch?) in Unbeweglichkeit verharren.
Tunneleffekt: (aus Sicht der Zurückgebliebenen)
Definition: Freudige Erwartung darüber, dass andere vorwärtskommen im Hinblick darauf, dass man selbst auch bald vorwärtskommt.
Akteure deuten Fortschritte anderer als günstige Bedingung des eigenen Fortkommens, statt Neid breitet sich erst „Mitfreude“ aus (Tunneleffekt überschattet Neid), die das Vorwärtskommen fremder Akteure als Aussicht auf eigenes Glück empfinden, da die Gesamtsituation in dem Moment als besser erscheint.  Anfängliche Freude über Mobilität anderer (die Freude macht Ungleichheit erträglicher), kann trügerisch sein und nicht lange anhalten (hält so lange an, bis man realisiert, dass das Aufsteigen anderer mir selbst nichts bringt), denn manchmal fährt die andere Spur davon, während wir nicht von der Stelle kommen. Dann entsteht aus Neid Wut (kann sich entladen in Krieg, etc.), weil man am Fortschritt nicht teilhaben kann. Besonders belastend ist das Warten (Ungewissheit über Dauer, Ausgang, etc.), denn Warten bedeutet die Wahl zwischen entweder ( Hirschmann) Abwanderung (kein Exit im Tunnel) oder Widerspruch (nutzlos im Stau). Beide Varianten nicht möglich im Stau. Wie deprimierend das Warten ist hängt davon ab, mit welcher Ursache man wartet.
Auch die Verschlechterung anderer sehen wir als Ankündigung dessen, was uns selber bevorstehen mag (z.B. als nächster seine Arbeit zu verlieren: die äußeren Bedingungen des Betriebes ändern sich, es wird viel Personal entlassen, was nicht in der Person begründet ist, sondern aufgrund der Gesamtsituation).
Die Situation eines anderen Akteurs stellt immer den greifbarsten Maßstab der eigenen Lage dar.
Ist der Vorteil anderer nur reiner Zufall, wird Optimismus ausgelöst, weil man hofft das nächste Mal selbst das Glück zu haben. Ist man hingegen Opfer unfairer Praktiken, empfindet man keine Vorfreude, sondern Neid und ansteigende Wut.
Großer Einfluss auf Tunneleffekt ist die Homogenität der Gesellschaft: Je mehr Leute uns ähnlich sind und den Aufstieg schaffen, desto wahrscheinlicher ist es, dass wir es auch schaffen werden/können.
Je homogener die Gesellschaft ist, desto höher ist die Gefahr der Revolution bzw. sozialer Unstimmigkeiten.
Je mehr starke Beziehungen wir haben (Granovetter), desto länger hält der Tunneleffekt an (Ober- Unterschicht haben mehr starke Beziehungen als Mittelschicht).Auf was beruhen die Einflüsse des Erfolgs der aufgestiegenen Person?
     Aufstieg ist Zufall: Aufstieg wird akzeptiert, Akteur hatte Glück und man hofft selbst das nächste Mal so viel Glück zu haben (Tunneleffekt verschmälert sich, wenn Akteur nicht zufällig aufgestiegen ist sondern aufgrund unfairer Praktiken)
     Aufstieg des Akteurs durch einen Fehler (z.B. „Hochschlafen): Aufstieg wird auf den Akteur zugeschrieben mit negativem Attribut (Abwertung des Akteurs und deren Erfolgs dadurch), wenn man hingegen selbst die Chance hätte durch einen Fehler voranzukommen (egal welcher Fehler), würde man höchstwahrscheinlich den Fehler machen, auch wenn der Fehler bei anderen als sehr negativ empfunden wurde
     Nullsummenspiel: Aufstieg des Akteurs wirkt sich auf mich negativ aus, da sein Aufstieg meine Chance zum Aufsteigen schmälert (Je mehr Reichtum der andere bindet, desto weniger kann ich erreichen)

Aufsteigereffekt: (aus Sicht der Aufgestiegenen, der Vorwärtskommenden)
Erst freuen sie sich über ihren Fortschritt/Erfolg/Reichtum. Sie sind nun neu im Kreis der Reichen (reiche  Neureiche), sie sind Außenseiter in der neuen Gruppe (Elias – Etablierte und Außenseiter), irgendwann wird aus anfänglicher Freude Frust, weil sie nicht richtig von der Gruppe angenommen werden. Wenn dieser Frust mit dem Neid der Zurückgebliebenen zusammentrifft, treffen zwei große Konfliktgruppen aufeinander  es besteht Gefahr der Änderung der Gesellschaft. Konfliktgruppen sind der Motor für radikale gesellschaftliche Umschwünge in Form von Revolution, etc.

Annahme der sozialen Ungleichheit ist ein universelles Phänomen, der „Sinn“ von Ungleichheit ist ein „rationaler“. Soziale Ungleichheit ist keine Tatsache, sondern eine historisch spezifische Deutung sozialer Tatsachen.

„Das Wohlergehen eines Individuums hängt von gegenwärtigen und von dem erwarteten Grad seiner Zufriedenheit ab“.
Bedeutet: Die Einschätzung der Veränderung der eigenen Situation hängt von der Wahrnehmung der Veränderungen der Situationen der sozial benachbarten Akteure ab  Tunneleffekt resultiert aus der „Kalkulation der Erwartungen“ in sozialen Kontexten (vlg. Merton:Anomie).
Zitat   
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