Hey Colja
Hier ist die Musterlösung. Natürlich ohne Gewähr. Danke an Moritz an dieser Stelle
Empirie 1. Klausurfragen
(1) Kann man Definitionen empirisch prüfen und falsifizieren?
- Nein! Weil Definitionen definitionsgemäß synonymische Umformungen sind.
(2) Wie ist der Informationsgehalt einer Aussage definiert?
- Durch die Zahl , die potenziellen Falsifikationen einer Aussage widerlegt
(3) Wann kann eine Implikation nach den Regeln der Aussagenlogik falsch sein?
Formulieren Sie ein Beispiel für eine Implikation!
– Implikation= Wenn- Dann Aussage
– Wenn die Bedingung zutrifft, die Schlussfolgerung aber nicht zutrifft ist die Implikation nach den Regeln der Aussagelogik falsch.
– Beispiel : Wenn man pünktlich zum Bus kommt,- ihn aber doch verpasst
(1) Ordnen Sie die folgenden Aussagen in aufsteigender Reihenfolge nach ihrem Informationsgehalt
a )Menschen sind Nutzenmaximierer
b ) Wenn Jugendliche eine extrovertierte
Persönlichkeitsstruktur aufweisen, dann haben sie einen größeren Freundeskreis als introvertierte Jugendliche.
c )In Hamburg lebten am 30.6. 1944 genau 1.111.345 Personen
d ) Alle Gesellschaften sind funktional differenziert
Welchen Informationsgehalt hat Aussage b?
→ Aussage b, hat den Informationsgehalt 0, da es eine Tautologie ist
Reihenfolge: b (Tautologie), c (Deskriptiv, numerisch begrenzt), d (Aussage),a (Aussage)
(2) Welchen Einfluss haben ceteris-paribus-Bedingungen auf den Informationsgehalt einer Wenn- Dann-Aussage?
→ Die Aussagen sind extrem schwer zu falsifizieren, kaum eine Möglichkeit die Wenn- Dann Aussage zu widerlegen. Informationsgehalt verhält sich asymptotisch gegen 0 durch die ceteris-paribus Klausel (Immunisierung gegen Falsifikation!)
(3) Was ist der Unterscheid zwischen einer Hypothese und einem Gesetz?
→ Gesetz: ist empirisch nicht falsifizierbar
→ Hypothese: wird versucht als falsch darzustellen, empirisch (widerlegen)
Wenn sie aber nicht falsifizierbar ist, dann hat sie sich bewährt und erlangt Gesetzesstatus
(4) Nennen Sie je ein unstrittiges Beispiel aus den Sozial- und Wirtschaftswissenschaften für Variablen mit den folgenden Messniveaus (nicht zulässig als Beispiele für intervallskalierte Daten sind Beispiele für Temperaturmessungen)
• Nominalskala → Geschlecht, Zugehörigkeit, Nationalität, Partei
• Ordinalskala → Zufriedenheit, Bewertungsskala, Rangordnung
• Intervallskala → Alter, Intelligenzquotient
• Ratioskala → Einkommen
(5) Wie werden Placebo- und Versuchsleitereffekte in Experimenten kontrolliert?
→ Doppelblinddesign: Weder Versuchsleiter noch Probanden haben Kenntnis darüber, ob Probanden der Kontroll- oder der Versuchsgruppe angehören.
(6) Mit welchen zwei Verfahren können die
Mitglieder für Kontroll- und
Experimentalgruppen rekrutiert werden?
1. Verfahren:
2. Verfahren:
Welches der beiden Verfahren ist das bessere und warum?
→ Matching und Randomisierung:
– Beim Matching werden nur vorher festgelegte Variablen kontrolliert, d.h. andere Einflüsse werden eventuell nicht berücksichtigt Verfälschung des Ergebnisses
– Randomisierung ist besser, da die Verteilung der Probanden auf die verschiedenen Gruppen zufällig erfolgt. Es kann mit den Wahrscheinlichkeitstheorien gearbeitet werden.
(1) Wovon ist die Wahrheitsfähigkeit einer Aussage abhängig?
→ Von den verwendeten Begriffen und deren Junktoren (Verbindungen) und Quantoren.
(2) Was sind analytische Aussagen?
→ Diese sind so formuliert, dass man sie aufgrund ihrer Struktur nicht empirisch prüfen muss um wahr/falsch raus zu finden- da offensichtlich!
z.B. Kontradiktion und Tautologien (Immer richtig /bzw. falsch)
(3) Was sind Analyseobjekte in der quantitativen Sozialforschung?
→ kollektive und/oder soziale Regelmäßigkeiten
(4) Was meint „ Messen als strukturtreues Abbilden“?
→ Empirische Relation von Merkmal und Träger wird so abgebildet das relevante Daten und Relationen erhalten bleiben