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30. November 2010
10/02/2011 8:01 am

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Meine Freundin ist am 27. abends wohlbehalten angekommen, nachdem sie zuerst auf dem Flughafen von Sal ihr Äußerstes tun mußte, um ein Flugzeug hierhin zu erwischen, da ihr Flug eigentlich annulliert war. Am ersten Tag hat sie sofort mein Boot vollgekotzt. Wir sind uns noch immer nicht sicher, ob das vom schlechten Essen auf dem Flughafen von Sal kam, oder vom heftigen Rollen von „Guppy“ in der Dünung... Es kann natürlich auch am Temperaturunterschied gelegen haben...
Ich habe geglaubt, daß ich einen besonderen Abscheu gegen Kakerlaken hege, aber jetzt weiß ich, daß es Leute gibt, die noch panischer reagieren. Als ich eine Kakerlake in ihrem Zimmer entdeckte, rannte sie schreiend weg, wodurch der Eigentümer der Pension sofort zu uns stürmte, in dem Glauben, daß jemand ermordet würde. Sie ist so lange draußen geblieben, bis das Viech in ihrem Zimmer tot und abtransportiert war. Wir haben trotzdem eine Menge Spaß zusammen. Heute Morgen liefen wir durch das Dorf, als uns ein paar Leute in einer panischen Art und Weise erklärten, daß etwas mit „Guppy“ sei. Mit dem Mast; er ginge hin und her, und was weiß ich, welches Drama sie vor Augen hatten. Daher sind zu zurückgegangen und zu „Guppy“ gepaddelt, wo lediglich die Schoot des Baumes ein wenig Lose bekommen hatte, wodurch der Baum ein wenig hin- und her schwingen konnte. Das ist doch wirklich nichts Ernstes...
Als ich schon wieder an Bord von „Guppy“ war und sie probierte, vom Dinghy auf „Guppy“ zu gelangen, hörte ich auf einmal ein „platsch“. ‚Verdammt‘, dachte ich, und als ich hinter das Boot sah, und dort meine Freundin hilflos im Wasser liegen sah, war ich zunächst unsicher, ob ich nicht zuerst meine Kamera holen sollte. Mit ihrem aufgeblähten Kleid sah sie aus wie eine riesige Qualle mit einem kleinen Kopf und mit im Wasser zappelnden Beinen. Ich habe keine Badeleiter (da ich selbst leicht aus dem Wasser komme) und auch in mein Dinghy kam sie nicht mehr hinein.... Schön, und jetzt...? „OK,“ sage ich, „halt‘ Dich am Dinghy fest, dann paddeln wir zur ‚Amygdala‘. Die haben eine Badeleiter“. Von meinem Dinghy aus rufe ich, ob sie schon wach sind, und da kommen sie auch schon nach draußen... Wir wünschen uns freundlich einen Guten Morgen. Als er jedoch meine Freundin mit all ihren Kleidern im Wasser schwimmen sieht, guckt er mich fragend an. Ich erkläre auf Deutsch, daß sie im Wasser gelandet ist und nicht mehr an Bord meine Bootes kommt, und ob sie hier herausklettern darf.
Er bricht in Gelächter aus, und streckt dann seine Hand nach meiner Freundin aus, um ihr zu helfen. Wir erzählen noch ein bisschen, während sich meine klatschnasse Freundin auf Deck erholt. Nach einer Weile bringt er uns zurück zu “Guppy”, und wir beschließen, trotzdem wieder an Land zu gehen. Wir nehmen auch den Müll und einige leere Colaflaschen mit um diese mit Wasser zu füllen. Es ist nicht so einfach, den Wassertank hier nachzufüllen, deshalb benutze ich dafür Colaflaschen. Morgen Nachmittag fliegt sie wieder nachhause, und am Donnerstag werde ich dann wirklich mit der Überquerung [des Atlantiks] beginnen!

Laura
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