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Regist.: 10/01/2011 Topics: 433 Posts: 7
| Zum schlafen bin ich bisher noch nicht gekommen, und es scheint, als wäre wieder ein ganzes Leben voller Erfahrungen an mir vorbeigezogen seitdem ich in Darwin bin. Ich bin wohlbehalten angekommen, aber leider gilt das nicht für die Segel... Das Großsegel ging durch das hart am Wind Segeln durch den Van Diemen Golf auch in Fetzen. Natürlich mußte ich zuerst einklarieren, was dieses Mal irgendwo an der Pier erfolgen mußte. Ich füllte ein Formular nach dem anderen aus und beantwortete die Fragen während die Buchstaben in meinem Kopf zu tanzen anfingen. Inzwischen war es in der Kabine ziemlich warm geworden, sicher weil ich noch immer meine Segelkleidung trug. 'Guppy' lag jetzt ganz ruhig, aber das Land schien sich zu bewegen! Der Mann von der Quarantänebehörde ließ sich anderthalb Stunden lang Zeit für das ausfüllen der Formulare und das durchsuchen des Bootes. Schließlich nahm er eine Konservendose mit - wie es schien - Fleisch und meinen Müll mit sich. Als ich wieder von der Pier ablegte, war ich kurz davor, vor Müdigkeit umzufallen, aber als ich schließlich vor Anker lag, wollte ich doch noch eine schöne Dusche nehmen und danach schlafen gehen! Aber eine kalte Cola mit Eiswürfeln wäre auch ganz lecker, und mit ein paar Leuten reden zu können wäre auch nicht schlecht. Also machte ich mich doch daran, mein Dinghy aufzubauen... Der Eigentümer des Jachtclubs brachte es an Land, wo es leichter aufzubauen war. Das war genau der Moment, an dem ich mich besser in mein Bett gelegt hätte, denn ich vergaß natürlich den Außenbordmotor, und so mußte ich wieder zu 'Guppy' zurückgebracht werden. Aber mein eigener Außenborder machte plötzlich Mucken, die Räder unter dem Dinghy, womit ich es auf den Strand ziehen kann, waren ohne Luft, und mein Klappfahrrad hatte sich irgendwo verfangen - und auch dessen Reifen waren platt... Ich versuchte, alles in Ordnung zu bringen, aber mein Körper, dem ich in den letzten 48 Stunden nicht mehr als eine halbe Stunde Ruhe gegönnt hatte, protestierte heftig - und gewann. Morgen, morgen ist ein neuer Tag schoss es mir durch den Kopf. Ja, aber heute, heute ist noch nicht vorbei. Aber dann ging ich doch schlafen; durchschlafen - an einem Stück. Eine Nacht ohne reißende Segel, ohne Inseln, Riffe, Sandbänke, Bojen und Schiffe... Wie wunderbar! Aber mein Hirn lief noch auf vollen Touren, aber langsam fiel auch dieser letzte aktive Teil von mir in Schlaf - einen sehr langen, tiefen Schlaf...
Laura |