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15. Juni 2010
10/02/2011 6:54 am

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Am vergangenen Wochenende bin ich mit "Guppy" solo nach Englang gesegelt. Freitagnachmittag bin ich direkt nach der Schule bin ich zur Roompotsluis gefahren, um Kurs auf England zu nehmen. Auf dem ersten Stück bin ich mit der Strömung gefahren, hatte jedoch ordentlich Gegenwind, welcher eine gehörige Dünung verursachte. Aber "Guppy" verhielt sich sehr gut in den Wellen. Als ich mitten auf See war, habe ich das Großsegel gesetzt. Ich hatte immer noch Gegenwind, daher bin ich mit dem Motor weitergefahren und habe das Großsegel mittig gestellt. Als es Nacht wurde, kam ein guter Wind und ich habe das Besansegel gesetzt. Und gegen Morgen konnte ich sogar das Genuasegel ausrollen, und lief dann 7,1 Knoten!! Am Samstag gegen 12 Uhr bin ich in den Hafen von Lowestoft eingelaufen. Ich habe im Jachthafen angelegt. Es waren auch ein paar Leute dort, die mich gleich erkannten und ein Gespräch mit mir begannen. Das war sehr nett.
Sonntagmorgen bin ich um 5 Uhr aufgestanden, es war schon hell und es war nicht viel Wind. Ich vermutete, daß der Wind gegen Mittag drehen würde, mehr gegenan, je früher ich also abfahren würde, desto länger würde ich segeln können. Einmal aus dem Hafen hatte ich genug Wind um schön zu segeln. Und mit allen Segeln lief ich dann auch wieder 7 Knoten. Das ging gut so. Ich stand vorne am Bug und blickte über die endlosen Wassermassen, als plötzlich eine Flosse nahe dem Boot auftauchte. Ein Delphin schwamm neben dem Boot!! Das hatte ich auf der Nordsee noch nie erlebt. Gegen Mittag war ich bei der ersten großen Schifffahrtsstraße. Der Wind fing an zu drehen und das Genuasegel konnte nicht länger stehen bleiben. Nach einer Weile stand der Wind genau entgegen der Richtung, in die ich fahren musste, daher beschloß ich, den Motor zu starten. Als ich mitten in der Schifffahrtsstraße war, stoppte der Motor plötzlich. Ich habe den Motor untersucht, konnte jedoch nichts feststellen. Folglich bin ich zur Badeplattform gerannt und, na klar, es hing ein großes Fischernetz in der Schraube. Warum ausgerechnet jetzt? Mitten in der Hauptschiffahrtsstraße, konnte das nicht warten? Ich versuchte, den kleinen Motor zu starten um wenigstens aus der Schifffahrtsstraße herauszukommen, weil das segelnd nicht zu schaffen war. Aber das war vergebens, da nach einigen Sekunden auch die Schraube des kleinen Motors im Netz festsaß. Es blieb nur eine Möglichkeit. Schwimmen.
Ohne weiter zu zögern habe ich meinen Wetsuit und meine Sicherheitsleine angelegt und bin mit einem damals noch scharfen Messer ins Wasser gegangen und habe probiert, das Netz aus der Schraube zu holen. Mit einiger Mühe klappte es, wenigsten die Schraube des kleinen Motors frei zu bekommen, und die meisten Fetzen aus der großen Schraube zu holen.
Erst mal versuchen, aus dem Fahrweg der großen Jungs herauszukommen, das müsste mit dem kleinen Motor ganz gut gehen. Es war nicht so viel Wind vorhanden, andernfalls hätte ich auch segelnd aus dem Schifffahrtsweg herauskommen können. Als ich ein paar Stunden später, etwas aufgewärmt, aus dem Schifffahrtsweg heraus war, beschloß ich, doch noch einmal ins Wasser zu gehen, solange es noch hell war. Nach einem einstündigen Kampf hat schließlich doch das Netz gewonnen, und ich bin mit dem kleinen Motor weitergefahren. Die Fetzen habe ich soweit entfernt, daß sie nicht mehr allzu hinderlich waren und auch nicht mehr in die kleine Schraube geraten konnten.
Etwas später als gedacht lief ich nachts wieder in die Roompot Schleuse ein. Ich habe das Boot durch die Schleuse gefahren und lag gegen 5 Uhr in der Koje. Alles in allem war es wieder eine gewaltige Erfahrung.
Am Montag stand natürlich die Gerichtsverhandlung an, somit war nicht viel Zeit um auszuschlafen. Jeugdzorg [das niederländische Jugendamt] hat während der Verhandlung den Antrag [auf Vormundschaft über Laura] von einem Monat geändert und zwei Monate beantragt. Das Urteil soll, soweit bekannt, am Donnerstag gesprochen werden. Ich verstehe nicht, warum sie eine Verlängerung beantragt haben. Mit meiner Tour nach England und all den anderen Bedingungen, die ich im vergangenen halben Jahr erfüllt habe, habe ich nun alle Bedingungen des Gerichts zu Utrecht erfüllt. Und das war die Voraussetzung [für die Aufhebung der Vormundschaft].

Laura
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